Gesundheitskompetenz ……..

Vor ein paar Tagen fand auf Einladung der Semmelweis-Gesellschaft (www.semmelweis.info) eine Diskussion statt: Gesundheitskompetenz – wie krank ist sie? Hochkarätige Experten (Pelikan, Pichlbauer, Pilz) saßen einem Häuflein Interessierter gegenüber. Die Kompetenz der potentiellen Patienten – also wir aller – war das Thema. Überraschung, Überraschung: es hängt 1. mit der Bildung zusammen: je gebildeter, desto kompetenter. No na. 2. Das österreichische –paternalistische – System steht dem entgegen. Wir – die Sozialbürokratie bzw. die Politik wissen was für Euch – das Volk – gut ist.

Gesundheitskompetenz war also das Thema – die Fähigkeit aufgrund von Wissen und Informationen Verantwortung für sich und für die Gesellschaft in Bezug auf Fragen der Gesundheit zu übernehmen.
Ja Einige Anwesende AllgemeinärztInnen beklagten das Aushungern des niedergelassenen KassenärztInnen (was sie zurecht tun) und warnten vor Experimenten, weil unser Gesundheitssystem das beste und auch weltweit billigste sei (was – mit Verlaub – ein Holler ist: es ist sicher nicht schlecht, aber definitiv teuer; es ist nur gelungen, viele Gesundheitskosten unter anderen Ausgabenposten zu verstecken und die Öffentlichkeit zu täuschen. Und wenn schon ÄrztInnen diesem Beschiss aufsitzen, wie soll eine DurchschnittsbürgerIn den bewussten Beschiss erkennen können?

Persönliche Erfahrungen mögen die Komplexität der Materie darzustellen versuchen. 1. KH Nord. Ich war von 2003 bis 2008 in leitender Position in der Semmelweis-Frauenklinik der Stadt Wien tätig (hat nichts mit der Semmelweis-Gesellschaft zu tun). Dadurch war ich anfangs in den Planungsstab des Krankenhauses Nord eingebunden. In diesem Zusammenhang habe ich für die Planung der neuen dortigen Geburtshilfe angeregt, interessierte und engagierte Frauen einzuladen und Sie um Vorschläge und Anregungen zu bitten, was man sich dort alles überlegen könnte. Der Vorschläge und Anregungen gab es zahlreiche …. und sowohl diese Frauen als auch ich wurden nicht mehr eingeladen……
2. HPV-Impfung (Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs aufgrund einer Infektion mit bestimmten Stämmen von Humanen Papilloma Viren). Bei Einführung des Impfstoffes vor ein paar Jahren schienen mir die Nachteile zu überwiegen. Dazwischen war ich bei Fortbildungsveranstaltungen und habe mich vom Gegenteil überzeugen lassen – und meine drei Kinder geimpft. Nach letzten Informationen würde ich das nicht mehr tun. Mehr noch: ich halte die Impfung für in erster Linie ein bombiges Geschäft, für irrreführend, weil sie Frauen dazu bringen könnte, die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses zu vernachlässigen ( die Impfung hilft nur gegen einige HPV Stämme und gegen die überwiegende Mehrzahl nicht) und die Kosten-Nutzen- Rechnung geht nach meinem Dafürhalten gegen die Impfung aus.

Jedenfalls ist es sehr schwer, sich Gesundheitskompetenz anzueignen. Mag man , was einen selbst betrifft, noch viel mit Bauchgefühl entscheiden können (aber selbst dabei ist Wissen kein Fehler), ist es wenn es um das große Ganze geht Information und Wissen unerlässlich. Ist es schon für Geübte schwer genug, sich das Nötige aus z.B. dem Internet zu holen , so gibt es darüber hinaus eine unheilige Allianz aus allen die dabei mitmischen und Macht behalten wollen: Politik (insbesondere Landespolitik), Gewerkschaft, Sozialversicherung – das sind die großen Player und Verschleierer.

Und wer findet, es muss im Sinne von Verbesserungen in unserem Gesundheitssystem durch Mitwirkung der Betroffenen was weitergehen und der auch sich zu engagieren bereit ist, für den ist die Dr. Ignaz Semmelweis Gesellschaft möglicherweise eine brauchbare Plattform.

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